ABC der Jugendheiligen

Hilarion

Beim Buchstaben G in unserem ãABC der JugendheiligenÒ haben wir den heiligen Gabriel Possenti und die heilige Gemma Galgani kennengelernt. Jetzt kommt im ABC der Buchstabe H. Da hat der Verfasser dieses ãABC der JugendheiligenÒ lange gesucht nach einem jungen Heiligen mit dem Anfangsbuchstaben H in seinem Namen. Schon meinte er, das Suchen als vergeblich aufgeben zu mŸssen, da fand sich zuletzt doch noch ein tapferer Bub mit dem Namen Hilarion. Mit seinem Vater Saturninus und seinen drei Geschwistern Maria, Saturnin und Felix hatte er am Sonntagsgottesdienst in seiner nordafrikanischen Heimatstadt Abitine andŠchtig teilgenommen, obwohl das der grausame Kaiser Diokletian in Rom unter Todesstrafe verboten hatte. Aber der Vater Saturnin und seine vier von ihm wirklich christlich erzogenen Kinder wussten recht gut, dass man Gott mehr gehorchen muss als den Menschen.

Der Vater und seine vier Kinder – Hilarion war darunter das jŸngste – wurden direkt vom Altar weg verhaftet und eingekerkert. Es war im Jahre 304 nach Christi Geburt. Mit ihnen tat man damals in Abitine auch noch 44 anderen Christen dasselbe an. Nichts hatten sie verbrochen, nur an der Sonntagsmesse hatten sie andŠchtig teilgenommen, wie es ihnen das Kirchengebot unter schwerer SŸnde vorschrieb: ãDu sollst an Sonn- und Feiertagen der hl. Messe andŠchtig beiwohnen und sie wŸrdig mitfeiern.Ò

Dann wurden diese 49 Christen vor den Richter geschleppt. Dieser suchte sie zum Abfall vom katholischen Glauben zu bewegen. Sie wŸrden nicht bestraft werden, wenn sie vom Glauben abfallen und dem Kaiser zu Ehren ein heidnisches Opfer darbringen wŸrden. Aber alle bekannten vor dem Richter, dass sie dem menschgewordenen Sohn Gottes Jesus Christus treu bleiben. Gefesselt fŸhrte man schlie§lich die verhafteten Christen in die Stadt Karthago, wo sie vor den Prokonsul (Statthalter) Anolinus gebracht wurden. Auch hier bekannte ein jeder der Verhafteten: ãIch bin Christ und bleibe es, und ich habe der Sonntagsmesse beigewohnt, weil das meine Pflicht war!Ò

Das BemŸhen des Prokonsuls Anolinus auch nur einen der 49 Christen zum Glaubensabfall zu bringen war všllig umsonst. Schlie§lich meinte er, wenigstens beim JŸngsten, bei dem Buben Hilarion Erfolg zu haben: Zuerst versprach er ihm alles Mšgliche, dann drohte er ihm mit so harten Strafen, die jeden anderen Buben ganz sicher eingeschŸchtert hŠtten. Hilarion aber bekannte trotz seiner jungen Jahre, ganz erfŸllt vom Heiligen Geist, der ihn in der heiligen Firmung zum mutigen Bekenntnis des wahren Glaubens gestŠrkt hatte: ãIch bin ein Christ und bleibe es und ich gebe zu, dass ich der Sonntagsmesse – obwohl es der Kaiser verboten hat – beigewohnt habe. Und ich habe es ganz freiwillig getan, ohne den mindesten Zwang durch meinen Vater oder durch sonst jemanden.Ò Da drohte ihm der Prokonsul Anolinus: ãIch lasse dir die Nase und die Ohren abschneiden!Ò Hilarion aber gab darauf die Antwort: ã Das kannst du ruhig machen. Ich bleibe aber trotzdem ein Christ.Ò

BeschŠmt und wŸtend lie§ der Prokonsul den Buben foltern und dann ins GefŠngnis zurŸckbringen, wo er mit seinen drei Geschwistern, seinem Vater und den anderen verhafteten Christen nach harten Entbehrungen und bitteren Schmerzen starb. Ein Augenzeuge hat Ÿber den tapferen Hilarion und seine Mitchristen, die den Martertod gestorben sind, einen ergreifenden Bericht verfasst. Das Fest des jugendlichen MŠrtyrers Hilarion trifft auf den 11. Februar.

Und jetzt fragÔ ich dich, lieber, junger Freund: WŸrde ich auch fŸr die rechte Teilnahme an der Sonntagsmesse, wenn das bei uns so schwierig wŠre wie damals in Nordafrika und heute in der Tschechoslowakei, in Litauen und in anderen LŠndern, wo ein gottloses Regierungssystem herrscht, solche Opfer bringen wie Hilarion und sogar ein Leben lieber hinopfern als auf die Sonntagsmesse zu verzichten oder gar vom Glauben abzufallen? Gibt es nicht viele in deinem Alter, die es heute nicht mehr der MŸhe wert finden, am Sonntag zum Gottesdienst zu kommen, weil sie da nicht mit dem Schulbus hingefahren werden oder weil sie frŸher aufstehen mŸssen oder weil sie lieber am Fu§ballplatz ein interessantes Match mitmachen, als in die Kirche zu gehen, wo es ãso langweiligÒ ist, das sie nicht verstehen, was  es Gro§es um die hl. Messe ist, in der sich der gšttliche Heiland –wie oben am Kreuz auf Golgotha – dem himmlischen Vater fŸr uns Menschen aufopfert zum Lob und Dank, zur SŸhne und zur Bitte. Schau nicht auf die anderen, denk an den Heiland und vergiss es nicht: Kein Tag ohne Morgen- und Abendgebet, kein Sonntag ohne hl. Messe! Wie dein Sonntag, so dein Sterbetag! Bei dem jugendlichen Hilarion ist – weil er die Sonntagsmesse nicht unterlassen hat – der Sterbetag zu einem Siegestag geworden. Er durfte als Sieger einziehen in die himmlische Herrlichkeit.